| Geschichte |
Seite 1 von 2 Im Westerwald südlich des Dorfes Madenmühlen/Dillkreis in etwa 530 m Seehöhe entspringt der Ulmbach. Er mündet nach rund 22 Kilometer Lauflänge unterhalb Biskirchen / Kr. Wetzlar in die Lahn. Das Niederschlagsgebiet des Ulmbaches umfasst rund 59km2 Bereits im Jahre 1956 wurden die Kosten zur Beseitigung der Hochwasserschäden am Ulmbach auf 1 Millionen DM geschätzt. Die ersten Bemühungen zu einer dauerhaften Lösung des Hochwasserproblems am Ulmbach durch den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens gehen bis auf das Jahr 1956 zurück. Unter dem Eindruck der Hochwasserschäden am Ulmbach fand erstmals im November 1956 unter Beteiligung einer Regierungskommission in Biskirchen eine Besprechung statt. Auch hier wurde die Auffassung vertreten, dass der Ausbau des Ulmbaches nur begrenzte Haltbarkeit haben kann, wenn nicht vorher ein Hochwasserrückhaltebecken erstellt würde. Bereits damals wurden diese Gelände hier für die Anlage eines Staubeckens mit begrenztem Stauinhalt, das in der Lage ist, die Hochwassermassen zusätzlich aufzunehmen und schadlos abzuführen, für geeignet befunden. In der Folgezeit fanden dann eingehende Untersuchungen dahingehend statt, ob nicht der Ausbau des gesamten Ulmbaches für höchstes Hochwasser dem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens wegen der damit verbundenen hohen Kosten vorzuziehen sei. Das Ergebnis dieser Untersuchung war, dass der Bau eines Rückhaltebeckens, verbunden mit einem vereinfachten Ausbau des Ulmbaches, einem hochwasserfreien Ausbau des Ulmbaches ohne Rückhaltebecken vorzuziehen ist. Kaum waren die ersten Erörterungen über den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens angelaufen, da traten auch schon seine Gegner auf den Plan. Die Gemeinde Beilstein sprach sich zunächst gegen den Bau eines Rückhaltebeckens aus, da nach deren Auffassung die Landwirtschaft in ihrem Lebensnerv getroffen würde. Jedoch schon sehr bald konnte eine Einigung erzielt werden, die schließlich zum Beitritt der Gemeinde Beilstein in den Ulmbachverband führte. Gleichauf mit diesen Verhandlungen mussten in der Gemarkung Beilstein Wiesenflächen in einer Größe von ca. 20ha erworben werden. Der zügige Erwerb dieser Grundflächen war nur dank der Mithilfe des Kulturamtes Dillenburg möglich. Der größten Widerstand wurde jedoch dem Projekt " Hochwasserrückhaltebecken" durch einige Naturschützer aus dem Kreisgebiet entgegengesetzt, die in Eingabe an alle möglichen Stellen und Organisationen versuchten, das Bauvorhaben zu unterbinden. An dem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens sahen sie eine ernste Gefährdung der Fauna am Ulmbach. Schlagworte, wie "millionenjahre alter Urkunden am Ulmbach werden vernichtet" und "Verrummelung der Landschaft am Ulmbach" wurden seinerzeit geprägt. Nachdem der Ausschuss des Landtages für Landwirtschaft und Forsten in seiner Sitzung am 30.03.1958 die Landesregierung ersucht hatte, die Bildung eines Wasserverbandes zu betreiben, wurden die Vorarbeiten hierfür umgehende aufgenommen, die mit der Gründung des Ulmbachverbandes am 21.03.1961 gekrönt wurden. Aufgabe des Wasserverbandes war es die Hochwassergefahr für die Ulmtalgemeinden zu bannen und den durch Hochwasserschäden stark in Mitleidenschaft gezogenen Ulmbach auszubauen und das Gewässerbett und seine Ufer zu unterhalten Die besonderen Schwierigkeiten der Verbandsgründung lagen jedoch auf finanziellen Gebiet, da die finanzschwache Ulmtalgemeinde jährlich einen Beitrag von 70.000 DM aufbringen sollten. Nur durch den Beitritt des Landkreises Wetzlar zum Ulmbachverband und die Übernahme des größten Teils der jährlich aufzubringenden Beitragsmitteln in Höhe von 70.000 DM konnte dieses Problem schließlich lösen. Ungeachtet all dieser Vorbereitungen wurde weiterhin durch die Gegner des Projekts "Hochwasserrückhaltebecken" alles versucht um den Bau der Anlage zu verhindern. Zunächst hatte es den Anschein, dass das Bauvorhaben scheitern würde. Die im Haushaltsplan des Landes eingesetzten Mittel für Voruntersuchungen wurden anderweitig verplant. Eine Wende trat erst ein, als die Landesregierung im Jahre 1961 das Projekt als förderungswürdig anerkannte. Von nun an ging es in Riesenschritten an die Verwirklichung des Bauvorhabens. Nach Abschluss der Voruntersuchungen und Vergabe der baureifen Planung im August 1961 an das Ing. Büro Kalweit, Koblenz, erfolgte im Sommer 1963 die Baustelleneinrichtung durch die Fa. Jakob Müller, Gönnern, dem die Bauausführung übertragen wurde. Seit diesem Zeitpunkt wurde unermüdlich gearbeitet. Für den im Frühjahr 1964 begonnen III. Bauabschnitt wurden mehr als 3 Millionen DM vorgesehen. Die Gesamtbaumassnahme hatte jedoch 7 Millionen DM verursacht! |
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