| Ev. Kirche Beilstein |
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Ev. Schlosskirche Beilstein:
Die Schlosskirche in Beilstein wurde im Auftrag von Graf Georg von Nassau-Katzenelnbogen 1614 bis 1616 errichtet. Über dem Haupteingang steht im Steingewände die Jahreszahl 1614 zur Erinnerung an den Beginn des Kirchenbaus. Die Mitglieder der Kirchenbaukommission sind noch heute auf der schwarzen Tafel links neben der Kanzel zu lesen. Im Stile der Spätrenaissance entstand ein langgestreckter und sehr hoher Saalbau mit gekuppelten schmalen Fenstern. Es wurde der Basalt aus den heimischen Steinbrüchen verwendet. Im Osten steht schief zum Kirchenschiff der Kirchturm, der ursprünglich ein Wehrturm war und Schloss und Siedlung beschützen sollte. Er besteht aus einem stattlichen dreistöckigen Haubenhelm und dem geschmiedeten Turmkreuz von 1769. Im Innenraum der Kirche fällt sofort der Fußboden auf, der mit Flusskieselsteinen im Fischgrätenmuster gepflastert ist. Sauber gedrehte Säulen aus Eichenholz tragen die Emporen und erwecken den Eindruck einer dreischiffigen Kirche. Ein mächtiger Triumphbogen teilt das Kirchenschiff von einem geräumigen Chorraum. Als Verbindung beider Teile ist auf einem gedrehten Holzfuß die achtseitige Kanzel angebracht (mit Jahreszahl 1616). Den Abschluss bildet über dem hinteren Chorgestühl ein Orgelprospekt, der in wesentlichen Teilen aus Dillenburg stammt, wahrscheinlich aus der dortigen Schlosskirche (Ende 18. Jahrhundert). In der sonst schmucklosen Fachwerkdecke sind an zahlreichen Stellen kleine Stuckrosetten in den Putz eingearbeitet. Die Decke selbst wird von mächtigen Balken aus Eiche getragen, denn der doppelte Dachboden wurde als herrschaftlicher Fruchtspeicher genutzt. Die gedrehten Eichensäulen sind übereinander angeordnet, so dass die unteren die Emporen, die oberen die Deckenunterzüge tragen. Zum mittleren Kirchenschiff hin besitzen die unteren Säulen vorgeblendete Verzierungen aus Holz, die ein Kapitell vortäuschen sollen. Auch das Gitterwerk des Emporengeländers ist aus Holz geschnitten. Eingestreut auf dem unteren durchlaufenden Band sind geschnitzte Mauresken angebracht, die wir kleiner auf dem Kanzelkorb wiederfinden. Auf der südlichen Empore im Schiff befindet sich der vergitterte Herrschaftsstuhl (Grafenloge). Hier nahm der Graf zum Gottesdienst Platz. Betreten hat er die Kirche durch die Pforte oben an der westlichen Giebelseite. Vor diesem Eingang befindet sich ein auf Holzsäulen ruhender, kapellenartiger Vorbau mit schiefergedecktem Zwiebeldach. Die im Jahre 1979 erfolgte Restaurierung legte bis zu sieben Farbschichten an Decken und Wänden frei. Es wurde versucht, die ursprüngliche Farbgebung wiederherzustellen. Die Säulen sind rotbraun, die Mauresken in gelb, graugrün für das Gitterwerk, Kanzel und Gestühl in gedecktem Grün mit dunkelbraunen Absetzungen. In den Fußboden eingelassen sind Grabplatten und Gedenktafeln aus dem 17. Jahrhundert. Es ist nicht ganz sicher, ob sich unter dem um sechs Stufen erhöhten Chorraum eine Gruft befand. Der Glockenstuhl im Turm ist mit vier Glocken bestückt, die ihren Klang weit über Beilstein erschallen lassen und die Gläubigen zum Gebet ermuntern und zum Gottesdienst einladen. Besichtigung der Schlosskirche:
- Pfarramt - Küsterin Renate Eckert, Telefon: 02779/1306
KONTAKT Ev. Kirchengemeinde Beilstein-Rodenroth Herrenpferchstraße 9 35753 Greifenstein-Beilstein Telefon: 02779 331 Fax: 02779 911149 |
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